Der indive Praktikumsablauf in Essen
1. Praktikumsvorbereitung
Zur Vorbereitung auf das indive Praktikum müssen die Studierenden eine der indive-Praktikumsvorbereitungen besuchen. Diese wurden von Inge Bertelmeier (Praktikumsmanagerin der Universität Duisburg-Essen), Dr. Anke Liegmann (Praktikumsbeauftragte der Universität Duisburg-Essen) und Dr. Kathrin Racherbäumer (indive-Koordinatorin) entwickelt und werden kontinuierlich für derzeit 75 Studierende angeboten. Innerhalb der Praktikumsvorbereitung setzen sich die Studierenden intensiv mit den theoretischen Grundlagen einer individuellen Lernkultur auseinander. Zusätzlich reflektieren die Studierenden ihre eigenen Schulerfahrungen im Hinblick auf ihre Erfahrungen mit selbstständigem, selbstorganisiertem Lernen und individueller Förderung. Besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Lehrerinnenrolle in einer individuellen Lernkultur. Entspricht diese zukünftige Rollenperspektive auch den Beweggründen der Studierenden, Lehrerin oder Lehrer werden zu wollen?
Die Praktikumsvorbereitung endet mit einem vorbereitenden Treffen in der zukünftigen Projektschule, in dem sich die begleitenden indive-Lehrerinnen und Lehrer vorstellen, die ‚alten’ Praktikanten den ‚Neuen’ von der ihren Erfahrungen berichten und eine erste Schulführung stattfindet.
In der ersten Phase des Praktikums verbringen die Studierenden zwei Wochen (40 Stunden) an ihrer Praktikumsschule. Das Blockpraktikum beginnt grundsätzlich immer eine Woche nach Schulhalbjahresbeginn.
Dieser Praktikumsabschnitt dient im Wesentlichen einer ersten Orientierung an der Schule. Im Vordergrund steht zunächst, das Lehrerinnenkollegium, die Schülerinnen und Schüler, das Schulgebäude wie auch besondere zusätzliche Angebote der Schule kennen zulernen.
Unter Hospitation wird im Allgemeinen die Beobachtung des Unterrichtsgeschehens und dessen Analyse verstanden. Da allerdings bei den meisten der Studierenden die eigene Schulzeit noch nicht allzu lange zurück liegt, ist es möglich, dass sie in dieser Phase des Praktikums ab und an wieder in die Schülerinnenrolle zurückfallen und dem Unterricht folgen, statt ihn zu beobachten. Die Portfolioaufgaben zum Blockpraktikum sollen dem entgegenwirken und eine gezielte Theorie-Praxis-Reflexion anleiten. Mit Beginn des Blockpraktikums wird von indive-Studierenden erwartet, mindestens eine zusätzliche Fortbildungsveranstaltung im Bereich Methodik und/oder Diagnostik zu besuchen, die entweder durch indive-Fortbildungen oder das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Duisburg-Essen angeboten werden. Während des Blockpraktikums findet ein Treffen mit den Studierenden und Rücksprachen mit den indive-LehrerInnen statt, um einen reibungslosen Projektstart zu garantieren.
Während des semesterbegleitenden Praktikums gehen die Studierenden in der Regel einen Tag pro Woche in die Schule. Dort arbeiten sie in den schulspezifischen Projekten (siehe Kapitel 3 im Reader) mit Unterstützung der Seminarleitungen wie auch der indive-Lehrerinnen. Die Seminarleiterinnen besuchen die Studierenden während ihrer Projektarbeit, um ihnen in Absprache mit den indive-Lehrerinnen individuelle Rückmeldungen hinsichtlich ihres Auftretens, ihres Umgangs mit den Schülerinnen und Schülern etc. zu geben.
Innerhalb dieser Praktikumsphase finden mehrere praktikumsbegleitende Veranstaltungen statt, in denen neben individuellen Fragen zum Beispiel die Planung von Unterricht thematisiert wird. Zur Protokollierung und Reflektion führen die Studierenden hier ihr Praktikumsportfolio weiter und bleiben durch die regelmäßigen Lehrveranstaltungen mit der Seminarleitung in Kontakt.
4. Praktikumsnachbereitung und Praxistagung
Neben einer abschließenden nachbereitenden Veranstaltung, die innerhalb des indive-Praktikums in Form einer Zukunftswerkstatt „Individuelles Lernen - von der Vision zur Realität“ stattfindet, zu der auch die beteiligten LehrerInnen sehr willkommen sind, findet zum Ende eines jeden Schuljahres unsere indive-Praxistagung statt (siehe Pressemitteilungen).
Die Praxistagung bietet allen beteiligten Schülerinnen und Schülern sowie den Studierenden und LehrerInnen einen Rahmen, ihre Projektergebnisse vorzustellen. Die SchülerInnen haben hier Gelegenheit voneinander zu lernen, aber auch unsere Gäste (Eltern, LehrerInnen, Universitätsmitarbeiterinnen und Studierende) kommen hier auf ihre Kosten.
Die Ergebnisse, die in selbstorganisierten Lernarrangements von den Schülerinnen und Schüler erzielt werden, bestärken alle Beteiligten darin, dass wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind. In diesem Rahmen erhalten die Studierenden auch ihr indive-Zertifikat, das ihnen Grundlagen des individuellen Lehrens und Lernens und ihre spezifische Projektarbeit bescheinigt.